Schneller loslassen – die besten Methoden und drei Beispiele

Schneller loslassen

Schneller loslassen? Geht das überhaupt? Ja das geht, aber es benötigt seine Zeit, einiges an Erfahrungen und Stärkung des eigenen Selbstwerts. Gerade, wenn es dabei um die Gefühle zu einem anderen Menschen geht, fällt uns das Loslassen oft nicht leicht. Aber woran liegt das? Es gibt tatsächlich biologische Gründe, warum uns das Loslassen so schwer fällt. Mit den richtigen Methoden kannst du allerdings lernen, die Biologie mit der Zeit auszutricksen.

Mit einer Freundin habe ich mir deshalb einen der TED-Talks der amerikanischen Anthropologin Helen Fisher angesehen. Ihre Studien zu den Themen „Wie wir uns verlieben“ und „Liebeskummer“ betreibt Helen Fisher bereits sehr lange und hat dabei beeindruckende Ergebnisse gewonnen. Dennoch wissen viele von uns nur wenig über ihre Forschungen, obwohl sie in den USA sehr bekannt ist.

In ihrem TED-Talk von 2008 geht es darum, was im Gehirn passiert, wenn wir unter Liebeskummer leiden. Dafür wurden Probanden, die frisch verlassen wurden, in ein MRT geschoben.

Bei den Probanden konnten Aktivitäten in drei Regionen des Gehirns festgestellt werden:

1. Aktivität in der Region, die auch bei intensiver Verliebtheit aktiv ist.
Hierunter versteckt sich das Belohnungssystem und es ist auch der Bereich, der bei Drogenabhängigkeit eine wichtige Rolle spielt.
Wir wollen unbedingt mit jemandem zusammen sein. Allein die Aussicht darauf, lässt uns durchdrehen. Und was sehr fies ist, diese Region wird aktiver, je weniger wir Aussicht auf Erfolg haben. Wir jagen buchstäblich wie ein Esel hinter der leckeren Karotte her, die an der Angel vor uns hängt. Erreichen werden wir sie allerdings nie.

2. Aktivität in der Region, in der wir abwägen, was wir gewinnen oder verlieren können, wenn wir etwas vorhaben, z. B. beim Kauf eines neuen Autos. Wenn Menschen intensiv verliebt sind oder unter Liebeskummer leiden, sind sie oft bereit alles zu riskieren, um zu gewinnen.

3. Aktivität in der Region, die mit tiefer Verbundenheit assoziiert wird. Unter intensivem Liebeskummer fühlt man sich dem anderen Menschen also noch näher.

Wenn man die Ergebnisse dieser Studie betrachtet, ist es kein Wunder, warum es uns richtig schlecht geht, wenn wir unter Liebeskummer leiden.

Nach dem TED-Talk haben wir uns zusammengesetzt und darüber gesprochen, wie man diese Bereiche am effektivsten beeinflussen kann und mit welchen Methoden wir die bisher besten Erfahrungen selbst gemacht haben.
Sei dir aber bitte darüber bewusst, dass du Liebeskummer nicht in fünf Minuten los wirst. Es braucht Zeit, sich neue Wege des Loslassens anzueignen. Wenn du aber dran bleibst und geduldig mit dir bist, dann kannst du Liebeskummer relativ schnell hinter dir lassen.

Hier sind unsere wertvollsten Tipps:

Die Hoffnung sollte gestorben sein

Die meisten von uns halten ihren Liebeskummer aktiv, in dem sie alles auf den einen Hoffnungsschimmer setzen: „Er könnte ja vielleicht doch …“ Autsch! Arbeite daran dir klar zu machen, dass es vorbei ist. Es sollte eine klar ausgesprochene Trennung auf beiden Seiten sein. Wenn du merkst, dass dich ein Hoffnungsschimmer heimsucht, werde dir dessen bewusst, dass dein Gehirn dir mal wieder vorgaukelt, was du alles gewinnen könntest. Im Zweifelsfall ist dein Hauptgewinn noch mehr Liebeskummer.

Setze deinen Fokus auf Neues

Jetzt ist die Zeit gekommen, sich deinem Vorhaben „Traumjob“ zu nähern oder ein neues sportliches Hobby zu beginnen. Beim Sport lernst du neue Leute kennen, kommst auf andere Gedanken und setzt jede Menge Glückshormone frei. Näherst du dich deinem Traumjob, lebst du deine Leidenschaft und bist auf diese fokussiert. Wichtig ist ein Tapetenwechsel, so dass du nicht immer wieder an die andere Person erinnert wirst. Liebeslieder sind aus diesem Grund tabu.

Lerne deinen Selbstwert zu aktivieren – sei stolz auf dich

Es ist wichtig zu erkennen, wenn dich eine Person, die dich verlassen hat, emotional schlecht behandelt. Es ist essenziell, dass du in solchen Situationen, dir deines Selbstwerts bewusst bist. Eine Person, die dich schlecht behandelt, hat es einfach nicht verdient, dass du dieser hinterher weinst. Der britische Beziehungscoach Matthew Hussey spricht hier auch von Masochismus. Sei dir bewusst, dass du dir das selbst antust. Dein Selbstwert entwickelt sich mit dem Älterwerden und den Erfahrungen, die du in Beziehungen sammelst. Fehler sind dazu da, um aus ihnen zu lernen, nicht, um sie noch einmal zu machen. Eigne dir neue Methoden des Loslassens an. Wenn dir das schwer fällt, kann dir ein Coaching helfen. Im Coaching lernst du, was du wirklich willst, was du wert bist und wie du dich emotional schneller abgrenzt.
Lebe deine Werte!

Kümmere dich liebevoll um dich selbst und habe Geduld

Der britische Meditationslehrer Rupert Spira erklärt in seinen Seminaren, dass man seine Gedanken und Gefühle, wie gute Freunde behandeln sollte, sowohl die guten als auch die schlechten sind immer willkommen. Gute Freunde lädst du zum Tee ein, hörst ihnen zu und verabschiedest sie liebevoll, wenn sie sich mitgeteilt haben. Sie haben ihre Berechtigung und dürfen kommen und gehen. Gute Gefühle sollten nie krampfhaft festgehalten und schlechte nie verdrängt werden.
Den Umgang mit dem Kommen und Gehen von Gedanken und Gefühlen kannst du sehr gut in der Achtsamkeits-Meditation lernen.

Ein gesunder Geist steckt in einem gesunden Körper

Das hast du sicher schon häufiger gehört. Auch wenn es dir emotional nicht gut geht, bitte trinke ausreichend und esse wenigstens kleine Mengen regelmäßig. Gönne dir zumindest am Anfang kleine Spaziergänge in der Natur und ausreichend Sonnenlicht. Wenn es deinem Körper gut geht, zieht die Seele bald nach.

Und jetzt noch drei Beispiele, bei denen du gut erkennen kannst, welche zentrale Rolle Erfahrungen, Umdenken und gutes Coaching spielen:

Beispiel 1: Trennung nach 4 Jahren – viel Beziehungserfahrung

Eine gute Freundin hat sich kürzlich, nach vier Jahren, von ihrem Partner getrennt.
Der Trennung ging eine Kontaktsperre von einem Monat voraus. Das ist eine gute Zeitspanne, in der jeder für sich die Ruhe hatte, zu schauen, ob noch Gefühle für den Partner vorhanden waren und ob die Beziehung noch eine Zukunft hatte.
Meiner Freundin wurde hier sehr deutlich bewusst, dass sie von ihrem Partner nicht mehr mit Respekt und Wertschätzung behandelt wurde. Da sie diese Erfahrung bereits in einer vorherigen Beziehung gemacht hatte, in der sie Jahre gebraucht hatte, um ihren Selbstwert zu erkennen, gelang ihr jetzt die Verarbeitung des Liebeskummers bereits nach zwei Wochen. Neben aktiven Schreibphasen, in denen sie festgehalten hat, was sie alles nicht mehr wollte, haben ihr Sport, ihr Traumjob und Aktivitäten mit Freunden sehr gut geholfen, die Trennungsphase schneller hinter sich zu lassen.

Beispiel 2: Trennung nach 1 Jahr – wenig Beziehungserfahrung

Ein junger Mann in unserem Bekanntenkreis hat sich nach einem Jahr von seiner Freundin getrennt, nachdem er herausfand, dass sie ihn betrogen und emotional ausgenutzt hatte. Trotz der respektlosen, wenig wertschätzenden Behandlung, die er intellektuell fassen konnte, kann er emotional noch nicht loslassen. Sein Problem ist die Hoffnung, die er noch immer aufrecht erhält. Erst, wenn er lernt, seinen Selbstwert zu erkennen und dass seine Ex, seine Gefühle nicht im Geringsten verdient hat, wird er die Hoffnung in die Tonne werfen und den Liebeskummer hinter sich lassen können.

Beispiel 3: der Camper im Kopf – intensives Wertecoaching

Dieser Fall betrifft mich tatsächlich selbst. Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich den sprichwörtlichen Camper im Kopf. Dieser Begriff von Helen Fisher beschreibt die Erfahrung, dass uns jemand, den wir intensiv attraktiv finden, plötzlich nicht mehr aus dem Kopf gehen will.
Nur bei mir war das für einen Mann der Fall, der weder mein Typ war, den ich nicht gut kannte und der noch überhaupt nichts getan hatte, um meine Aufmerksamkeit zu verdienen. Bei seinem grobschlächtigen Verhalten gingen bei mir auch erst einmal die Alarmglocken an: „Been there, done that!“ Hier waren sofort meine vergangenen Erfahrungswerte präsent. Ich begann aktiv den Verlust und Gewinn einer ausgedehnteren Bekanntschaft abzuwiegen. Da ich jahrelanges Coaching hinter mir habe, bei dem ich lernte meine Werte und das, was ich wirklich will, zu leben, verebbten die aufschäumenden Gefühle nach weniger als zwei Wochen. Sie wurden wie gute Freunde angenommen und auch wieder losgelassen.

Unsere Erfolgsformel lautet:
Schneller Loslassen = Erfahrungen sammeln + aus Fehlern lernen + starken Selbstwert entwickeln + Abschließen

Und denke immer daran, für jede Tür, die sich schließt, öffnet sich eine neue Tür oder ein Fenster, wenn man es wagt, den Kopf zu heben.
Dein Weg ist dein Ziel!

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